Grundlagen der Begleitung mobiler ambulanter psychiatrische Pflege:

 

Damit man sich verändern kann, muss das Neue in erster Linie einen Anreiz darstellen, es muss eine Qualität besitzen, für die es sich lohnt, Altvertrautes, das eben auch eine vermeintliche Sicherheit bedeutet, zu verändern und möglicherweise zu verlassen.

Meine praxisorientierte Betreuung und Beratung ist auf die Bewältigung von Alltagsproblemen ausgerichtet. Den Klienten werden Wege aufgezeigt, die zu einer möglichst hohen, der Situation angepassten Selbstständigkeit und zu einer besseren Lebensqualität führen.

Nur als ein Beispiel:

Oft begegne ich einem Drama und dies wird zur Therapie oder zur Massnahme im Prozess. Das zu unterscheiden wird oft für den Klient in der Alltagsrealität  und der dramatischen Realität schwierig, wie auch wenn er sich im kinder- Ich befindet und im Spiel des «So-tun-als-ob» Gestalte wir zusammen eine dramatischen Realität, nutzen und forderen im klassischen helfenden Gespräch auf, die in der Alltagsrealität bewegende Probleme darzustellen und spielend zu lösen, dh.h. über das spielerische Handeln und mit Interventionen zum Beispiel eines Rollentausches auf der symbolischen Ebene welche zu Erkenntnissen und Veränderungsprozessen führen können, dadurch die Rolle verändert wird, welche vielleicht zu den Problemen führte. Oft löst es schon etwas aus wenn die Rolle am Tisch nicht mehr den selben Platz einnimmt. Leider ist die Psychiatrische Therapie nicht so Trivial, aber es hilft anfangs schon nur diesem Problem nicht mehr soviel Kraft und Macht zu geben, wie es ein nimmt. Paradoxe Interventionen ist auch ein gerngenutztes Mittel, wenn dies so mit dem Klient abgemacht wird zuvor. Ich arbeite gerne mit einem Nocebo effekt. Je nach Gruppendynamischen Problemen kann ein einzelner sich im Schutz des Placebo wirksam heilen, weil die Gruppe glaubt jemandes Problem zur Projektion des eigenen machen zu können, denn nicht die Kränkste Person befindet sich in der Psychiatrie sondern die Schwächste. Wers glaubt wird Krank. Die Überzeugung Krank zu sein macht Krank. Die Erwartung von Schmerzen tut weh. 

 

 

MAPP - MOBILE AMBULANTE PSYCHIATRISCHE PFLEGE

 

 

 

1. Erkennen des Pflegebedarfes

 

1. 1 Pflegeanamnese erstellen Bedarfsabklärung

 

1.2 Krankenbeobachtung Verhaltensweisen und Äusserungen des Klienten unter

 

Beobachtungskriterien z.B. äussere Erscheinung, Sozialverhalten, Orientierung, Schlaf,

 

Stimmung, Kommunikation, Antrieb, medikamentöse Auswirkungen, Fähigkeiten,

 

Fertigkeiten.

 

1.3 Bedürfnisse der Klienten erkennen und einbeziehen

 

1.4 Symptome Erkrankung und Ressourcen erkennen, zuordnen und angemessen darauf

 

reagieren

 

1.5 Krisensituationen erkennen und Benennen von kritischen Situationen und

 

Frühwarnzeichen. Eruieren der Krisenauslösenden Faktoren. Erarbeiten von Möglichkeiten

 

zur Krisenbewältigung.

 

 

 

2. Pflegerisches Handeln

 

2.1 Beziehungsgestaltung Kontakt und Vertrauen aufbauen durch verbale und nonverbale

 

Kommunikation im gemeinsamen Tun. Beziehung der Klienten zu sich selbst und anderen

 

fördern.

 

2.2 Klienten Rückmeldungen geben (Verhalten, Äusseres, Beziehung, Fortschritte)

 

Alternative Verhaltensweisen aufzeigen. Zum Erkennen von Selbstressourcen beraten, Z.B. Aufzeigen was der Bezug zur eigenen Körperlichkeit, damit zu tun hat, dass man genesen oder krank werden kann, bzw. was Berührungen für Selbstheilungskräfte aktiviert, Stressreduziert und Entspannungen hervorbringt, stabilisiert das Kurzzeitgedächtnisses, führt zu Veränderungen und bringt eine Heilende Wirkungen hervor und warum nicht nur die unterste Pyramide von Maslow zum Leben genug ist. Eine Selbstberührung beruhigt unangenehme Emotionen und balanciert den Gemütszustand. Unsere Haut ist nicht nur ein überlebenswichtiger Sensor, sondern auch ein erste Hilfe Koffer in emotionaler Not.

 

2.3 Lebenspraktische Fähigkeiten erkennen erhalten, fördern, neue entdecken und nutzen.

 

Lebensqualität verbessern erhalten.

 

2.4 Klienten im Alltag unterstützen, seine individuellen Wertvorstellungen, Möglichkeiten

 

und Grenzen dabei berücksichtigen, gemeinsam neue Wege finden (u.a. Tages-,

 

Wochenstrukturierung, Hygiene, Haushalt, Freizeit, Arbeit, Umgang mit Krankheit!

 

Behinderung, etc.). Förderung der individuellen Bewältigungskompetenz im Umgang mit

 

Erkrankung und ihren Folgen.

 

2.5 Auseinandersetzungen im Umgang mit Medikamenten. Förderung von Compliance

 

2.6 Zusammenarbeit mit anderen involvierten Personen und Diensten. Motivation Zu- und

 

Mitwirkung an therapeutischen Massnahmen.

 

2.7 In unterschiedlichen Krisensituationen adäquat und professionell Handeln.

 

2.8 Dokumentation der Pflege

 

 

 

3. Pflege reflektieren und auswerten

 

3. 1 Pflegerisches Handeln überprüfen, hinterfragen und gegebenenfalls neu anpassen.

 

3.2 Gefühle im Umgang mit dem Klienten wahrnehmen, sich über ihre Ursachen klar

 

werden und angemessen handeln.

 

3.3 Eigene Grenzen erkennen und sich entsprechend verhalten.

 

3.4 Krisen, Ausnahmesituationen bearbeiten.

 

 

 

4. Umweltbezogene Aufgaben

 

4.1 Direkte Bezugspersonen! Ansprechperson sein. Direkte Bezugsperson kennenlernen.

 

4.2 Vermitteln der Versorgungsstruktur (wo bekomme ich weitere oder welche Hilfe).

 

4.3 Fördern von Selbsthilfe.

 

4.4 Informieren über weitere Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten.

 

4.5 Für Fragen zur Verfügung stehen, informieren, erklären.

 

4.6 Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Berufsgruppen und Dienste.

 

4.7 Standortgespräche

 

Zudem werden von mir Krankenkassenanerkannte, folgende Leistungen der Krankenpflege-Leistungsverordnung KLV, nach ärztlicher Verordnung und nach bedarf angeboten:

 

2. Kapitel / 3. Abschnitt: Krankenpflege zu Hause, ambulant oder im Pflegeheim Art. 7 Umschreibung des Leistungsbereichs.

 

Die Versicherung übernimmt die Kosten der Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen (Leistungen), die aufgrund der Bedarfsabklärung (Art. 7 Abs. 2 und 8a) auf ärztliche Anordnung hin oder im ärztlichen Auftrag erbracht werden:

 

a) von Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern (Art. 49 KVV);

 

b) von Organisationen der Krankenpflege und Hilfe zu Hause (Art. 51 KVV);

 

c) von Pflegeheimen (Art. 39 Abs. 3 des Krankenversicherungsgesetzes vom18. März 1994, KVG).

 

Leistungen im Sinne von Absatz 1 sind:

 

a. Massnahmen der Abklärung und der Beratung:

 

1. Abklärung des Pflegebedarfs und des Umfeldes des Patienten oder der Patientin und Planung der notwendigen Massnahmen zusammen mit dem Arzt oder der Ärztin und dem Patienten oder der Patientin,

 

2. Beratung des Patienten oder der Patientin sowie gegebenenfalls der nicht beruflich an der Krankenpflege Mitwirkenden bei der Durchführung der Krankenpflege, insbesondere im Umgang mit Krankheitssymptomen, bei der Einnahme von Medikamenten oder bei Gebrauch medizinischer Geräte, und Vornahme der notwendigen Kontrollen; 

 

NEU: 

 

3.38 Koordination der Massnahmen sowie Vorkehrungen im Hinblick auf Komplikationen in komplexen und instabilen Pflegesituationen durch spezialisierte Pflegefachpersonen;

 

b. Massnahmen der Untersuchung und der Behandlung:

 

1. Messung der Vitalzeichen (Puls, Blutdruck, Temperatur, Atem, Gewicht),

 

2. einfache Bestimmung des Zuckers in Blut und Urin,

 

3. Entnahme von Untersuchungsmaterial zu Laborzwecken,

 

4. Massnahmen zur Atemtherapie (wie O2-Verabreichung, Inhalation, einfache Atemübungen, Absaugen),

 

5. Einführen von Sonden oder Kathetern und die damit verbundenen pflegerischen Massnahmen,

 

6. Massnahmen bei Hämo- oder Peritonealdialyse,

 

7. Verabreichung von Medikamenten, insbesondere durch Injektion oder Infusion,

 

8. Enterale oder parenterale Verabreichung von Nährlösungen,

 

9. Massnahmen zur Überwachung von Infusionen, Transfusionen und Geräten, die der Behandlung oder der Kontrolle und Erhaltung von vitalen Funktionen dienen,

 

10. Spülen, Reinigen und Versorgen von Wunden (inkl. Dekubitus- und Ulcus cruris-Pflege) und von Körperhöhlen (inkl. Stoma- und Tracheostomiepflege) sowie Fusspflege bei Diabetikern,

 

11. pflegerische Massnahmen bei Störungen der Blasen- oder Darmentleerung, inkl. Rehabilitationsgymnastik bei Inkontinenz,

 

12. Hilfe bei Medizinal-Teil- oder Vollbädern; Anwendung von Wickeln, Packungen und Fangopackungen,

 

13. pflegerische Massnahmen zur Umsetzung der ärztlichen Therapie im Alltag, wie Einüben von Bewältigungsstrategien und Anleitung im Umgang mit Aggression, Angst, Wahnvorstellungen, etc.

 

14. Unterstützung für psychisch kranke Personen in Krisensituationen, insbesondere zur Vermeidung von akuter Selbst- oder Fremdgefährdung;

 

c. Massnahmen der Grundpflege:

 

1. Allgemeine Grundpflege bei Patienten oder Patientinnen, welche die Tätigkeiten nicht selber ausführen können, wie Beine einbinden, Kompressionsstrümpfe anlegen; Betten, Lagern; Bewegungsübungen, Mobilisieren; Dekubitusprophylaxe, Massnahmen zur Verhütung oder Behebung von behandlungsbedingten Schädigungen der Haut; Hilfe bei der Mund- und Körperpflege, beim An- und Auskleiden, beim Essen und Trinken,

 

2. in der grundlegenden Alltagsbewältigung, wie: Erarbeitung und Einübung einer angepassten Tagesstruktur, zielgerichtetes Training zur Gestaltung und Förderung sozialer Kontakte, Unterstützung beim Einsatz von Orientierungshilfen und Sicherheitsmassnahmen.

 

Ob Massnahmen nach Buchstabe b Ziffern 13 und 14 und Buchstabe c Ziffer 2 durchgeführt werden sollen, müssen Abklärungen von einer Pflegefachfrau oder einem Pflegefachmann (Art. 49 KVV) vorgenommen werden, die oder der eine zweijährige praktische Tätigkeit in der Fachrichtung Psychiatrie nachweisen kann.